Geschichte

Das 1688 gegründete Dorf Rechtenbach, das seinen Namen vom dem vorübergehenden Bach erhielt, liegt 7 km westlich von Lohr a. Main an der Bundesstraße 26 in einem typischen Spessarttal. Eingebettet zwischen dem 440 m hohen Hemmberg und dem 455 m hohen Roten Berg.

 

Erstmals erwähnt wird Rechtenbach aber schon am 18. August 1522 in einer Urkunde des Grafen Philipp von Rieneck und ist somit die jüngste Gemeinde im Lohrer Raum. Wie viele andere Spessartdörfer ist Rechtenbach durch die Errichtung einer Glashütte im Jahr 1687 durch den Hüttenmeister Johann Wenzel aus Ruppertshütten entstanden, als es noch im ehemaligen Kurfürstentum Mainz lag und als Siedlung ab Ende des 17. Jahrhunderts aufblühte. Nachdem die Glashütte in Betrieb war, wurden aus Lothringen und Picardie französische Glasmacher nach Rechtenbach beordert, welche die Glashütte im Jahre 1698 dann auch übernahmen. Sie fertigten nach einem neuen Verfahren Flachglas, das in der Lohrer Spiegelmanufaktur zu prachtvollen Spiegeln verarbeitet wurde. Heute noch findet man in Rechtenbach und Umgebung Familiennamen, die deutlich auf französischen Ursprung hinweisen.

 

Nach der Schließung der Glashütte 1791 begann für Rechtenbach ein "trauriger Zeitabschnitt". Nach einer Zeit der Not und des Elends zogen dann viele Rechtenbacher als Holzhauer und Schwellensäger für die Eisenbahnen in die Fremde, sogar bis nach Slowenien.

 

Außer einigen Handwerksbetrieben befindet sich in Rechtenbach heute keine

Industrie. Die Landwirtschaft ist gegenüber früheren Jahren ein unbedeutender Faktor geworden. Deshalb hatte die Gemeinde schon immer finanzielle Schwierigkeiten zu bewältigen, da sie auch ohne nennenswerte Steuereinnahmen ist. Trotz allem aber entwickelte sich der von einem bäuerlichen Charakter geprägte Ort zu einer schmucken Wohngemeinde. Den Anschluss an die moderne Zeit mit den erfolgreichen Einrichtungen der Infrastruktur konnte die Gemeinde nur unter tatkräftiger Mithilfe ihrer Ortsbürger bewältigen. Pfarrer Erhard Eckert, der Ehrenbürger der Gemeinde Rechtenbach ist, baute unter schwierigen finanziellen Verhältnissen den Kindergarten am Hüttenberg. In den Folgejahren von 1960 bis 1978 sind eine Reihe von wichtigen Projekten realisiert worden. Unter anderem wurde von 1969 — 1971 die Wasserersorgung erneuert und ein neuer Hochbehälter gebaut. In den Jahren 2000 — 2004 erfolgte die Herstellung eines neuen Trinkwasserbrunnens und die Sanierung des Hochbehälters. 1970 — 1972 erstellte der TSV Rechtenbach unter finanzieller Mithilfe der Gemeinde und tatkräftiger Unterstützung der Bürger eine Turnhalle, in der auch das Feuerwehrgerätehaus untergebracht ist. Weiterhin wurde 1974 eine Kläranlage gebaut und in den Jahren bis 1977 erfolgte der Ausbau sämtlicher Gemeindestraßen. 1976 ist außerdem das Pfarrheim mit Jugendheim und Pfarrbücherei durch die katholische Kirchenstiftung errichtet worden. Zwei Jahre später wurde, wiederum unter schwierigen finanziellen Bedingungen, die dringend notwendige Friedhofsanierung und der Bau eines Leichenhauses in Angriff genommen. Dank der großen Unterstützung durch die Bevölkerung konnte die Friedhofsanierung 1981 abgeschlossen und das neue Leichenhaus eingeweiht werden.

 

Rechtenbach hat ca. 1.000 Einwohner. Es besitzt 210 Hektar Gemarkungsfläche, davon nur zwei Hektar Wald.

Die Pfarrei Rechtenbach wurde um 1723 vom Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn errichtet 1722 wurde das sogenannte Glasmacherkirchlein, das heute unter Denkmalschutz steht, erbaut und 1806 erweitert. 1914 wurde dann die neue Kirche errichtet. In jüngster Zeit wurde die Innenrenovierung durchgeführt.

Im Bereich des Schulwesens ergaben sich in den zurückliegenden Jahren wesentliche Veränderungen. Der Schulort Rechtenbach wurde nach und nach aufgelöst.

In der Gemeinde herrscht ein reges Vereinsleben. Der Turn und Sportverein ist mit seinen Abteilungen Fußball, Gymnastik für Männer und Frauen und der Tischtennisabteilung der stärkste Verein. Die Freiwillige Feuerwehr ist gut ausgerüstet und ausgebildet. Sie gestalten ebenso wie der TSV und die Rechtenbacher Musikanten das kulturelle Leben der Gemeinde mit. Als weitere Vereine mit kulturellen Aktivitäten sind die Sängerrunde, die Reservistenkameradschaft, die Ortsverkehrswacht und der Faschingsverein zu nennen.

Öffentliche Einrichtungen wie Kindergarten, ehemaliges Schulhaus, Pfarramt, Rathaus, zwei Zweigstellen von Bankinstituten, Turnhalle, Sportplatz, Kinderspielplätze, eine gut funktionierende Wasserversorgung und Abwassereinrichtung ergänzen in Rechtenbach die Infrastruktur.

In den Jahren 2001/2002 wurde das Erschließungsgebiet "Oberer Schlittenweg" mit 58 neuen Baugrundstücken fertig gestellt.

 

Das Gemeindewappen spiegelt die geschichtliche Entwicklung von Rechtenbach wider. "In Rot schräg gekreuzt ein silbernes Glasblasrohr mit silbernem Glas, darüber eine goldene, unten gestümmelte heraldische Lilie, darunter ein senkrechtes goldenes Eichenblatt". Der Inhalt des Hoheitszeichen ist wie folgt zu begründen: "Rechtenbach lag im ehemaligen Kurfürstentum Mainz und blühte als Siedlung besonders seit dem Ende des 17. Jahrhunderts auf, als französische Glasmacher die dort befindlichen Glashütten übernahmen.

Die Lage der Gemeinde im Spessart, die im Gemeindewappen durch das Eichenblatt Symbolisiert wird, war nicht nur Voraussetzung für den Betrieb der Glashütten, sondern bot auch den Einwohnern die nötigen Erwerbsmöglichkeiten. Im Gemeindewappen werden daher neben der französischen Königslilie, das Glasblasrohr und das Schwellenhauerbeil als Symbol für die wirtschaftliche Entwicklung verwendet. Die Tingierung Silber-Rot aus dem Mainzer Wappen soll an die Landesherrschaft der Kurfürsten von Mainz erinnern.

 

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